Planungshinweise

Setzungssicherheit

HDW ST bis 25 cm Dämmstärke ist mit 50 kg/cbm einzubauen, höhere Dämmstärken verlangen 55 kg/cbm.
HDW FS ist generell mit 60 kg/cbm einzubauen, jedoch nicht höher als 50 cm.

Bei vertikalen oder geneigten Dämmungen muss das Eigengewicht aufgefangen werden. Vertikale Hohlraumdämmung (Wanddämmung) ist nur bis zu einer ungebremsten Dämmhöhe von 2 m setzungssicher. Daher sollte spätestens alle 2 m eine Auffangquerung eingebaut werden. Geneigte Hohlräume (Dächer) benötigen spätestens alle 3 m eine Auffangquerung.

Legen der Grobstruktur
LLS 200/300 ist lagenweise einzubauen, wobei das Legen der Grobstruktur mittels Holzstampfers erzwungen werden muss. Die einzelnen Lagen des Einbringens sollten maximal 7 cm hoch sein.

Last abtragende LLS 200/300, lagenweise eingebracht und in der Struktur gelegt, setzt sich unter Last um 5 %. Diese 5%-Setzhng ist planungsseitig zu berücksichtigen.

Vertikale Hohlraumdämmung (Wanddämmung) ist nur bis zu einer ungebremsten Dämmhöhe von 2 m setzungssicher. Daher sollte spätestens alle 2 m ein Auffangquerung eingebaut werden. Geneigte Hohlräume (Dächer) benötigen spätestens alle 3 m eine Auffangquerung. In der Regel erfüllt eine Sparschalung ein Auffangen des Eigengewichtes.

Diffusionsforderung

Vor jedem Einbau ist eine Berechnung der Diffusionswiderstände erforderlich, welche wir kostenlos anbieten.

Wir geben darüber hinaus folgende Gewährleistungen:

  1. Bei selbstdämmenden Bauteilen gegen die Außenluft ohne Feuchtigkeit speichernde Massivbauelemente (Mauerwerk oder Massivlehmwände) ist nachzuweisen:
    • sd(innen) >> 4 * sd(außen).
  2. Für zu dämmende Bauteile gegen die Außenluft mit massivem, Feuchtigkeit speicherndem, aber grundsätzlich diffusionsoffenen Außenbauelement ist nachzuweisen:
    • Hanf-Dämmwolle: sd(innen) >> 4 * Dicke(Hanf-Dämmwolle); gegen dichte Außenhaut wie Bitumenbahnen ist zusätzlich sd(innen) > 1 m gefordert.
    • LLS_400: sd(innen) >> 2 * Dicke(LLS_400)
  3. Eine Kombination der Bedingungen ist möglich mit:
    • sd(innen) >> 2 * sd(außen) und sd(innen) >> 2 * Dicke(Hanfdämmung)
  4. Lehm als Dampfbremse
    • Wird innenseitig die Dämmung mit einen Lehmputz nach DIN oder unserem Hanf-Unterputz von min 15 mm fachgerecht abgeschlossen, oder wird mit verputzter Hanf-Lehmbauplatten, alternativ mit WEM-Lehmbauplatten oder gleichwertiges innenseitig luftdicht abgeschlossen, so ist der Aufbau und insbesondere der Diffusionswiderstand zum Schutz der Hanf-Dämmwolle gewährleistet.
  5. In Räumen, die eine höhere Luftfeuchtigkeit erwarten lassen (z.B. Feuchträume), sollte eine Dampfbremse mit sd >> 5 m an der Innenseite der Bauteile ausgeführt werden, da sonst durch Diffusion größere Feuchtemengen in die Konstruktion gelangen können.
  6. Gegen erdberührende Außenwände oder Fußböden dürfen Hanf-Dämmstoffe nicht unmittelbar anschließen. Kellerdämmung sind von jeder Gewähr ausgeschlossen.

Die äußere Winddichtung verhindert ein Durchströmen der Wärmedämmung durch kalte Außenluft. Die außenseitige Beplankung soll so diffusionsoffen wie möglich sein. Wärmebrücken sind zu vermeiden. Für Holzbauteile ist ein Feuchtegehalt im Endzustand von u < 20 Gew.% einzuhalten. Während der Bauphase ist sicherzustellen, dass die Konstruktionshölzer und der Wärmedämmstoff nicht unzulässig befeuchtet werden. Bei Berührung mit massiven Bauteilen ist sicherzustellen, dass diese trocken sind.

Bei Böden gegen nicht beheizte Gebäudeteile und gegen Außenluft muss der außenseitige Bauteilanschluss diffusionsoffen ausgebildet werden (sd <= 0,2 m). Die Luftfeuchtigkeit in den zu dämmenden Räumen darf im Jahresmittel nicht höher sein als die der Außenluft. Für die Dämmung von erdberührten Außenwänden und Fußböden darf HDW nicht verwendet werden.

Sonstiges

Hanffasern neigen aufgrund ihrer leichten Struktur dazu, von bewegter Luft aufgewirbelt zu werden. Kurze Fasern in der Luft werden als grober Staub wahrgenommen. Ebenso gilt das für feinkörnigen Lehm. Daher ist immer ein Atemschutz zu empfehlen.

Werden nach oder während des Dämmens Maurer- oder Putzarbeiten ausgeführt oder wird Nassestrich verlegt, so ist zu beachten, dass große Mengen an Schwitzwasser kondensieren, meist im Spitzboden. Die Hanf-Dämmung ist gegen dieses Schwitzwasser zu schützen, generell gegen jede Art Baufeuchte.

Lagerung und Brandverhütung auf der Baustelle

Hanfdämmwolle als organisches Material muss vor Feuchtigkeitseinwirkung geschützt werden. Die Folierung der Paletten sollte unmittelbar nach Anlieferung entfernt werden. Die Folierung der einzelnen Dämmwoll-Ballen sollte bei längerer Lagerung entfernt werden. Trocken sind die Hanf-Baustoffe unbefristet lagerfähig.

Hanf-Baustoffe im planmäßigen Verdichtungszustand brennen mäßig bis schlecht. Aufgelockerte Hanfdämmwolle mit geringer Dichte ist allerdings entflammbar. Nicht eingebaute Hanf-Baustoffe sind vor offener Flamme hinreichend zu schützen. Für spezielle Arbeiten auf der Baustelle mit offener Flamme sind die entsprechenden Richtlinien zu beachten. Das Schweißen von Bitumenbahnen und das Löten an Dachrinnen und Fallrohren ohne Schutz der Dämmung sollte unterlassen werden.