Stopfdichte HDW

Hanf-Dämm-Wolle wird werkseitig so konfektioniert, dass nach dem Öffnen des Lieferballens das Material durch händisches Einbringen in einen Hohlraum genau die geforderte Dichte annimmt.

Die Normdichte beträgt 50 / 60 / 75 kg/³ für die Spezifikationen ST / FS / EF.

Beim Versuch, eine höhere Einbaudichte zu erreichen, federt das Material zurück. Die Rückstellkraft der Faser erzielt bei ST: 50 kg/³, bei FS: 60 kg/³ und bei EF: 75 kg/³ Eine höhere Einbaudichte für jede Spezifikation ist nur dann möglich, wenn das Auflösen der Vorverdichtung der Verpackungseinheiten verhindert wird.

Spezifikation ST FS EF
Dichte 50 kg/³ 60 kg/³ 75 kg/³
Temperaturleitwert α = 0,409 mm²/s α = 0,341 mm²/s α = 0,273 mm²/s
Wärmedurchgangswert λ = 0,042 W/mK λ = 0,043 W/mK λ = 0,048 W/mK
Wärmeverlustwert 1/b = 0,014 m²K/W√s 1/b = 0,013 m²K/W√s 1/b = 0,012 m²K/W√s

Stopfdichte

Stopfhanf richtig verarbeiten

1. Der Dämmraum muss optisch gut gefüllt sein!

2. Den Dämmraum ohne Kraft füllen!

Ein Gefach mit zu geringer Einbaudichte wirkt optisch ungenügend gefüllt und fühlt sich luftig an.

Das Normmaß für Stopfhanf 50 kg/m³. resultiert aus der werkseitigen Konfektionierung der Hanf-Dämmwolle.
Nur mit Kraftaufwand ist eine wesentlich höhere Dichte erreichbar. Die Hanf-Dämmwolle ist jedoch bestrebt ihre Normaldichte anzunehmen. Nach festem Stopfen federt die Hanf-Dämmwolle aus dem offenen Gefach zurück.

Bemernkung 1.

Misch-Matten aus Hanf und Polyester oder Polyolefine mit Dichten von 30 - 40 kg/m³ können nur hergestellt werden, durch hohe Anteile  leichter Kunststofffaser.

Bemerkung 2.

Kalfaterfasern haben eine andere Konfektionierung, speziell für eine hohe Verdichtbarkeit. Mit Kalfaterfasern lassen sich in schmalen Fugen mit einem Spachtel Dichten zwischen 120 - maximal 150 kg/m³ erreichen. Im offenen Gefach ist auch mit Kalfaterfasern eine solche Dichte niemals erzielbar.

Kontrolle

Seitens der Verarbeitung empfehlen wir immer die eine optische Kontrolle.

Wir empfehlen dem Bauverantwortlichen oder dem Bauherren:
1. Die verwendete Dämmstoffmenge kann über die gesammelten Beipackzettel abgerechnet werden.
2. Als optische Kontrolle können vor dem Verschließen Fotos der Fläche angefordert werden.

Sobald die Dämmdichte zu gering ist, werden Löcher sichtbar.
Problemstellen sind immer die Ecken.
Überstände der Dämmung über die Dämmhöhe hinaus sind unproblematisch und werden spannungslos vom der Bauplatte oder der Luftdichtungsbahn in den Dämmraum verwiesen.

Eigengewicht und Verdichtung

Bei großen Höhen einer vertikalen Dämmung, spielt das Eigengewicht der Dämmung für die Verdichtung eine größere Rolle. Bei 30 cm Dämmstärke und bei vertikalen Gefach von 5 m Höhe und 1 m Breite, wiegt die Hanf-Dämmwolle ca. 90 kg. Das entspricht dem Gewicht eines Mannes, auf der Dämmung stehend.
Daher ist es unbedingt erforderlich
entweder alle 3,5 m eine Querung zum Auffangen des Eigengewichtes zu ziehen,
oder durch die Stufen der Sparschalung das Eigengewicht alle 30 bis 40 cm aufsitzen zu lassen.

Bei glatten Gefachwänden (Reibungsfaktor=0) wirkt die gesamte Masse des Dämmstoffs als Gewicht. Bei einer Dachneigung von 45° noch mit dem Faktor 1/(√2). Das Eigengewicht des Dämmstoffs führt immer zu einer zusätzlichen Verdichtung, die durch konstruktive Gegenmaßnahmen zu verhindern ist.

Änderung der bauphysikalischen Parameter bei unterschiedlichen Stopfdichten

Änderung der physikalischen Eigenschaften

Die statische Wärmeleitzahl (Tabelle) verbessert sich geringfügig bei höherer Dichte. Die offizielle Angabe von 0,045 wird dadurch nicht in Zweifel gezogen. Die dynamische Wärmeleitzahl verbessert sich ebenfalls geringfügig.

Für eine Stopfdichte von 40 kg/m³ (händisch vereinzelte Fasern) wurde die Brandschutzklasse B2 geprüft.

Für eine Normdichte 50 kg/m³ wurden die Brandschutzklassen C-s2-d0 , C-s3-d0 und E (B2) geprüft.

Die Brandschutzklasse bei höherer Stopfdichten verbessert sich.

Der Stömungswiderstand steigt bei höheren Stopfdichte.

Setzungssicherheit

Die Setzungssicherheit wird über
1. Langzeitversuche
2. Setzungsverhalten nach Erschütterung und
3. Setzungsverhalten nach Vibration bewiesen.

Langzeitversuche:
Gemeinsam mit der TU Graz wurden zwei Langzeitversuche dokumentiert:
a) 250 mm Dämmstärke mit 50 kg/cbm, Hohlraumdämmung im Ständermaß von 810 mm, beidseitig "glatte" Agepanplatten ohne Querung vertikal in einer Höhe von 3,00 m
b) 450 mm Dämmstärke mit 60 kg/cbm, Hohlraumdämmung im Ständermaß von 810 mm, beidseitig "glatte" Agepanplatten ohne Querung vertikal in einer Höhe von 3,00 m

Setzungsverhalten nach Erschütterung:
In Laborversuchen vom "ecolabor.eu" wurden Prüfgefäße mit 50 kg/m³ gefüllt. Diese wurden 20 mal aus einer Fallhöhe von 50 mm erschüttert. Ergebnis war ein negatives Setzungsmaß, das heißt, der Dämmstoff hat sich während der Erschütterung nicht gesetzt, sondern ist um 0,2 - 0,4 % aufgegangen.

Setzungsmaß nach Vibration:
In Laborversuchen vom "ecolabor.eu" wurden ein Wandaufbau nachgebildet. Dieser wurde Sinusschwingungen ausgesetzt. Das Setzungsmaß nach Vibration betrug 0%.

Die Farbe

Hanf-Dämm-Wolle kann in der Farbe deutlich variieren.
Normalerweise ist er grau.
Scheint die Sonne rauf, bleicht er aus, wird blond.
Diese Farbe nennt man "flachsblond". Nicht zu verwechseln mit gelb. Flachsblond hat immer einen grauen Taint.

Wenn während der Ernte viel Sonne schien, bleichte diese den Hanf grau-blond.
Mitunter sind Hanffasern dunkelgrau bis sehr dunkel. In der Regel sind diese Hanffasern dann feiner. Hanffasern für Bekleidungstextilien sind sehr dunkel. Auch unser Dichtungshanf ist in der Regel sehr dunkel.

Dunkler Hanf heißt immer auch ein Geruch von Erde, teilweise etwas nach Kompost. Das ist normal und schmälert nicht die Qualität und auch nicht die Langlebigkeit.

Wenn Ihnen jemand braune Hanffasern oder Hanfmatten anbietet, können Sie Zweifel haben.
Hanf ist normalerweise grau.
Hanf ist niemals braun. - Holzfaser ist braun.
Nur gefärbte Hanfmatten können braun sein.

Dachdämmung von außen