Dämmung zum Kaltdach / Spitzboden

Konstruktionsvorschläge

mit Schütthanf FS 60

Achtung: Schütthanf FS ist nicht begehbar. Es können keine "Koffer" abgestellt werden.
Alternativ: Begehbare Dachbodendämmung zum Abstellraum

Sofern der Dachboden oder der Spitzboden nicht als Abstellraum oder für regelmäßige Revisionen begehbar sein muss, oder wenn er aufgrund seiner niedrigen Höhe oder geringen Größe keine weitere Verwendung bietet, ist es die einfachste und presiwerteste Dämmung, Schütthanf FS offen auf den Bestand gleichmäßig zu verteilen. Eine vorher rechnerisch ermittelte Menge Schütthanf FS wird auf der Dämmebene verteilt. Die Ballen werden geöffnet und das Material mit einem Rechen oder einer Harke geebnet. Fertig. Die Dämmhöhe kann nach Verteilung etwas höher wirken. Das ist eine Täuschung. Die effektive Setzungshöhe (60 kg/m³) stellt sich innerhalb ca. 2 Wochen ein.

Schütthanf FS 60 bildet über die Jahre eine leicht verfilze Oberfläche. 20 Jahre später glaubt man gar, einen vollflächigen Filz verlegt zu haben.

Konstruktionsvorschlag

Feuchtebilanz
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Aktiva

  • Es ist darauf zu achten, dass der Hanf zum Zeitpunkt des Einbringens trocken ist. Eventuell erhöhte sich die Materialfeuchtigkeit während der Lagerung.
  • Kondenswasser: Baustoffe mit Porenluft sind nicht verarbeitet. Hydrophobe Grenzflächen sind im Inneren des Bauteis nicht vorhanden.
  • Wasserzurückhaltung: Schütthanf FS 60 hat eine sehr kurze Trocknungsphase.
  • Materialfeuchte: In das Kaltdach eindringende Nässe infolge Nebelkondensation, Regenböen oder Flugschnee wird von den ersten 2 mm des Schütthanf FS 60 aufgenommen. Diese Nässe wird nicht an die unteren Lagen weitergegeben. Bevor eine kapillare oder Ficksche Diffusion der Feuchtigkeit in tiefere Schicht des Schütthanf FS 60 erfolgt, beginnt unmittelbar die Abtrocknung. Schütthanf FS hat eine sehr kurze Trockungsphase.
  • Materialfeuchte: Eine kritische Erhöhung der Materialfeuchte im Hanf durch Ficksche Diffusion aus dem beheizten Innenraum ist unter Berücksichtigung der Herstellerbedingung sdinnen > 4 * sdaussen, mit sdinnen > 1 ausgeschlossen.

Passiva

  • Baufeuchte: Baufeuchte wird nicht eingetragen.

  • Import & Eport: Ein Eintrag von Wasser durch das Durchdringen von Regen und Flugschnee erfolgt durch die Fugen der Dacheindeckung. Auf dem gleichen Weg erfolgt auch die Verdunstung.
  • Import & Eport: Aus dem beheizten Innenraum kann es zu einem Diffusionseintrag von Feuchte kommen. Eine Austrocknung erfolgt an den offenen Raum oberhalb der Dämmung und schließlich durch die Fugen der Dacheindeckung.
  • Eine hygrothermischen Simmulation ist nur an Extremstandorten vonnöten.
  • Ficksche Diffusion: Mit sdinnen = 2,7 m und sdaussen = 0 m ist ein begrenzter Diffusionsdurchgang von Innen nach Aussen ohne kritische Materialfeuchte des Schütthanf FS 60 gesichert (Erfüllung der Herstellerbedingung).
  • Taupunkt: Feuchtigkeit, die aus dem Innenraum in das Bauteil diffundiert, wird nicht an einem "Glasertaupunkt" kondensieren. Vielmehr führt Feuchtigkeit aus überhöhter Innenraumluftfeuchtigkeit (zB. in Feuchträumen) zu höheren Materialfeuchten der innenseitig oberflächennahen Schichten, wobei ein Trocknen dieser durch die Benutzung gewährleistet sein muss.

}


Ausschreibungsbeispiel


001 ......... m² - Kraftpapier liefern. - als Rieselschutz zwischen die Deckenbalken legen - luftdicht verkleben - an den Deckenbalken beiseitig hochschlagen und fixieren. 002 ......... m². - Schütthanf FS 60 liefern und fugenfrei in setzungssicherer Verdichtung zwischen die Deckenbalken füllen. - Nachweis der Verdichtung nach Hersteller-Verarbeitungsrichtlinien (Angabe der eingesetzte HDW Menge gemäß Beipackzettel oder Lieferschein) Dämmdicke ......... mm

Erfahrungswerte für Handwerksbetriebe

Bei Dämmstärke 18 cm kalkulieren Sie bitte 5 min/qm. Mit einem 30-kg-Ballen dämmen Sie 2,5 m².

  • Öffnen der Ballen und Verpackungsmaterial entfernen
  • geöffnete Ballen zum Verarbeitungsort bewegen
  • Material mit Hilfe eines Rechens oder einer Harke gleichmäßig im Dämmraum verteilen
  • in den Ecken mit der Hand nachstopfen
  • optische Kontrolle der Füllmenge; an den Anschlüssen, am Giebel, am Kehlbalken etc. mit größerer Aufmerksamkeit

Spitzdachdämmung mit Laufsteg Spitzdachdämmung offen