Dämmung einer Kellerdecke

Konstruktionsvorschläge

Am Beispiel einer Kappendecke

Achtung: Nasse Bauteile dürfen nie gedämmt werden.
Anderenfalls versiegelt man die Nässe. Bauschäden sind dann unvermeindlich.

Nachfolgende Ausführungen sind äquivalent auf nahezu alle massiven Kellerdecken anwendbar, wobei Betondecken die Gefahr bergen, dass diese Feuchtigkeit akkumulierten, da Zementbeton eine sehr träge Trocknungsphase hat. Bei Betondecken oder Betonhohldielendecken sind zunächst auf Trockenheit zu prüfen.

Stahlträger stellen eine besondere Herausforderung, da Stahl als guter Wärmeleiter die Oberflächen der Träger zu potentiellen Kondensationsflächen macht. Es gilt daher, die Kondensatbildung durch das Abfangen von Feuchtigkeit zu verhindern.

Da Keller niemals durchgängig trocken sind, je nach Gegend sogar durchgehend feucht, manchmal nass, ist die Unterseite der Kellerdecke potentiell mit Feuchtigkeit belegt.

Zum Keller gilt demnach wie auch zum Erdreich:

  • erst die kapillaren Aufstieg brechen
  • dann die ficksche Diffusion behindern
  • letztlich robuste Baustoffe verwenden

Die unmittelbare kapillare Entkopplung aus der Konstruktion ist durch einen Fachmann zu prüfen. Der kapillare Aufstieg von Kondensationswasser an der Unterseite der Kellerwand ist zu berücksichtigen. Eventuell ist dieser durch einen Ansprich realisiert. Die kapillare Trennung ist durch eine Kappendecke ("preussische Kappendecke") recht gut, durch eine unversiegelte Betondecke nicht gewährt.

Um Restfeuchte aus Kapillaraufstieg und um die Ficksche Diffusion verhältnismäßig zu behindern, wird auf das Diffusionsgranulat zurück gegriffen. Am Diffusionsgranulat sollte nicht gespart werden. Es muss die gesamte Oberfläche bedecken. Der hohe Lehmanteil der LLS-300 machen diesen Dämmstoff etwas robuster gegen Restmengen an Feuchtigkeit.

Zwischen die T-Träger und die Fußbodenbalken werden Hanf-Dämmstreifen gelegt, um bei eventuell doch auftretendem Kondensat die Nässe vom Holz anzuziehen. Der Hanf-Dämmstreifen dient als Opfer-Zwischenlage.

Konstruktionsvorschlag


Feuchtebilanz
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Aktiva

  • Kellerböden und Fussböden im Surterrain dürfen nicht gedämmt werden.
  • Die Kellerdecke darf keine hohe Materialfeuchte aufweise; grundsätzlich dürfen nasse Bauteile nicht gedämmt werden; vielmehr müssen Sie vorher austrocknen, gewöhnlich wird trocke geheizt.
  • Erdnahe Fussbodendämmung oder eine Fussbodendämmung über einem Keller braucht eine bauvorhabensbezogene VorOrt-Abschätzung.
  • Kondenswasser aus Porenluftfeuchte: Isbesondere darf nur auf einer trockenen Betondecke gedämmt werden. Gibt es bedenkliche Feuchte im Beton, ist dieser erst zu trocknen!
  • Wasserzurückhaltung: Beton hat eine sehr träge Trocknungsphase; das ist konstruktiv zu beachten.
  • Materialfeuchte: Bei zu großer Materialfeuchte bildet kann sich auf der LLS-200 ein "Myzel-Rasen" bilden. Davon ernähren sich Staubläuse, die nach dem Trocknen infolge Nahrungsflucht zum Vorschein kommen.
  • Es ist darauf zu achten, dass der Dämmstoff zum Zeitpunkt des Einbringens trocken ist. Eventuell erhöht sich die Materialfeuchtigkeit während der Lagerung.

Passiva

  • Baufeuchte: Die Verlegung von Nassestrich, insbesondere Fließestrich verursacht über lange Zeit eine hohe Umgebungsfeuchte. Es ist unbedingt zu verhindern, dass diese verdunstende Bauwasser von der Dämmung aufgenommen werden kann.
  • Kapillarität: Die größte Gefahr von Feuchteeintrag geht vom kallilaren Zugang aus der nassen Unterseite der Kellerdecke aus.
  • Import: Im Keller kann ganzjährig von einer annähernd konstanten Temperatur (>0°) ausgegangen werden. Damit ist die Temperaturdifferenz < 20°, die hygrothermischen Differenzen überschaubar. Ein hygrothermischer Druck beschränkt sich auf normmalhohe und hohe Luftfeuchtigkeiten im Wohnraum. Dieses ist bei der Heizungswahl zu beachten. Eine Wärmestrahlungsquelle wirkt hier vortreilhaft.
  • Export: Möglichst sollte eine Abgabe von Feuchtigkeit aus dem Bauteil zum Keller gewährleistet bleiben.
  • Export: Eine Trocknung nach Feuchteeintrag wird größtenteils zum Wohnbereich hin erfolgen. Dieses ist insbesondere bei der Innengestaltung zu beachten und schließt verschiedene Bodenbeläge aus. So ist von zu verklebender Polyamid-Auslegware oder ähnliches abzusehen. Auch Laminat- oder Vinyl-Bodenbeläge sollte gemieden werden.
  • Die verwendeten Baustoffe müssen auch mit höherer Materialfeuchte auskommen können. Daher ist die LLS300 zu empfehlen.
  • Eine hygrothermischen Simmulation ist überflüssig. Witterungseinflüsse sind weniger relevant. Jedoch muss die Gefahr von Drängewasser bedacht werden.
  • Ficksche Diffusion: Für Situation, in denen aufsteigene Feuchtigkeit zu berücksichtigen ist, sind Hersteller-Diffusionsbedingungen nicht zielführend. Es muss hier eine bauwerksspezifische Abschätzung erfolgen.

}

Wichtige Erklärung zur Baufeuchte:

Innenputzarbeiten (egal ob Kalk, Zement-, Gips-, Lehm- oder HL-Dämmputz) und das Einbringen von Nassestrich bringt tausend Liter Bauwasser und mehr in Fußböden, Wände und Decken. Diese Mengen an Bauwassers werden immer an den Innenraum abgegeben. Gebläseheizungen oder Kältetrocknungsaggregate sind erfahrungsgemäß nicht ansatzweise ausreichend.

In windreichen Gegenden, bei sommerlichen Temperaturen kann das permanente (!) Offenhalten aller (!) Fenster über Wochen genügen. In weniger windreichen Gegenden hilft nur: intensives Trockenheizen und trotzdem intensiv Lüften. Anderenfalls nehmen andere Baustoffe diese Wassermenge als Materialfeuchte, Porenluftfeuche, Grenzflächenkondensat usw. auf. Dieses führt unter anderem zum Quellen von Holzfußböden und Sichtholzbalken, zum Aufkommen von Staubläusen und vielen anderen mittelfristigen Plagen.


Ausschreibungsbeispiel


001 .......... m² - Lehm-Feuchtesperre Granulat liefern - gleichmäßig 3-4 mm auf der Kappendecke bis an die 2T-Träger aufbringen 002 .......... m² - Fußbodenbalken liefern und nivilieren. - Zwischen 2T-Träger und Holz jeweils Hanf-Dämmstreifen HDS 10 legen. Abstand .......... cm Format .......... cm x cm Länge .......... m 003 .......... m² - Hanf-Lehm-Schallschüttung LLS 200 liefern - zwischen 2T-Träger und zwischen die Fußbodenbalken schütten und ebnen. Ein Verdichten ist bei einer Hohlraumschüttung nicht nötig. Dämmstärke .......... cm 004 .......... m². - Hanf-Dämmstreifen HDS 10 liefern - auf die Fußbodenbalken gemäß Punkt 002 trackern 005 .......... lfm gemäß 002. Hilfslatten liefern und zwischen die Fußbodenbalken abschließend mit diesen locker in die Dämmung legen. 006 .......... m². - Rauspund liefern und verlegen. - Diesen an den locker in der Dämmung liegenden Hilflatten befestigen. Qualität .......... Stärke .......... mm

preussische Kappendecke

Stahlträger + Beton-Hohldielen