30 Jahre Hanffabrik

30 Jahre Hanffabrik in Prenzlau. Höhen, Tiefen und schließlich Erfolg.
Warum überhaupt Hanffabriken neu gegründet werden mussten, finden Sie unter: hanffaser.de/geschichte
Die Hanffabrik ist in einem Hallen-Komplex "aus DDR-Zeiten" beheimatet. Wir trachten danach, den Standort zu sichern und zu entwickeln.
Wie fing es an?

Am 25. April 1945 zogen sich Einheiten der 3. Panzerarmee der Wehrmacht auf Prenzlau zurück. Zeitgleich wurde der Befehl zur Evakuierung der Stadt Prenzlau erlassen. Die in Prenzlau stationierte belgische SS-Division "Wallonie" unter Leon Degrelle floh. Die zurückgedrängten Wehrmachtseinheiten zogen weiter Richtung Westen.

Am 27.04. besetzte die 70. Armee unter Wassili Popow die leere Stadt Prenzlau nahezu kampflos. In den Folgetagen wurden die verlassenen Wohnungen und Geschäfte geplündert. Es entstanden Brände, die die Stadt verheerten - ähnlich wie in Moskau 1812. Nicht durch gezielte Brandstiftung, vielmehr aus dem Fehlen von Disziplin und Ordnung.

Nach der Kapitulation der Wehrmacht am 08. Mai kamen die Prenzlauer zurück. Es begann der Wiederaufbau.


1952 wurde aus den alten Ziegeln der Trümmer vor der Stadt Prenzlau ein Hallenkomplex für Getreide neu erbaut. Hinter dem Hallenkomplex lag ein Gleiszubringer des Wehrmachtsstandortes, zu dieser Zeit Kaserne der Westgruppe der sowjetischen Streitkräfte. Neben diesem Gleis wurde später ein Bahnanschluss für das Getreidelager installiert und mehrgleisig ausgebaut.

In den 60-er Jahren kam ein Bergeraum hinzu, der in den 70-er Wände bekam, die heutige Halle 5. Die Hallen 1 - 4 wurden als riesige Getreidetrocknung umgebaut.

In den 70-er Jahren kamen 3 weitere Hallen hinzu, die heutigen Hallen 6, 7 und 8. Gedeckt wurden die Hallen mit "gutem" Asbest, dass versprochenerweise 100 Jahre halten sollte.

In den 80-er Jahren wurden große Alu-Silos mit einer Gas-Trocknung aufgestellt. Hinter den Bahnschienen entstanden große Getreidesielos aus Beton, mit einem schweren Querelevator über die Bahngleise mit den Trocknungshallen verbunden.

Dann kamen Sommer und Herbst 1998. Am 03. 1990 begann die große Deindustriealisierung der McPom's, Brandenburgs und so weiter. Das Getreide aus dem landwirtschaftlichen Anbau wurde direkt in den Europäischen Agrar-Fernhandel geliefert. Die Getreidelagerung wurde vorerst nicht mehr gebraucht. Vorerst heißt im heutigen Wirtschaftssystem = weg damit!


Ein Hamburger Handelshaus erwarb von der Treuhand viele Immobilien des nunmehr "ehemaligen" Getreidekombinates. So auch die Hallen der heutigen Hanffabrik. Alles war als Eisenschrott oder Alu verkauft werden konnte, ging weg. Die Immobilien wurden zerstückt und veräußert.

Im April 1996 gründete Rainer Nowotny die Hanffaser Uckermark. Am 01. August 1996 bezog die Hanffaser Uckermark den Hallenkomplex Halle 1 bis 4.

1996/97 nahm die Hanffaser Uckermark einen Kredit über mehrere Millionen auf und investierte.

Die Hallen wurden entkernt und saniert. Aus den Lagerhallen wurden Produktionshallen. Eine Faseraufbereitungsanlage konfiguriert und mit verschiedenen Herstellern von Einzelmodulen zusammengefügt, bestellt, schließlich geliefert, montiert und in Betrieb genommen.

1996 gab es den ersten Vertragsanbau von Faserhanf in der Uckermark.

1996 begann die erfolgreiche Entwicklungszusammenarbeit mit Helmut Kranemann zur Entwicklung und anschließend zum Bau einer Hanf-Erntemaschine - mit einem Weltpatent. Bereits 1997 wurden 110 ha mit diesem neuen Erntesystem beerntet.

1997 liefen die ersten Anlagenteile und verarbeiteten Hanf.

1998 wurde die Zertifizierung der Hanfbaustoffe beantragt. Dieses zog sich einige Zeit hin, da es große Widerstände gegen Hanf als Baustoff gab, insbesondere vom DIBT.

Es folgten viele Niederschläge und viele wirtschaftliche Schwierigkeiten.

Viele Freunde halfen immer wieder, Frank Schröter, Torsten Brückner, um nur zwei von vielen zu nennen. Aus ersten Baustoffkunden wurden Freunde, Franz Ix, Andreas Breuer, um nur zwei von vielen zu nennen.

Nach langem Kampf positionierten sich Produkte aus Hanf auf dem Markt, die Kredite wurden zurück gezahlt, die Hanffaser Uckermark konsolidierte sich. Die Immobilie wurde erworben und die anderen Hallen 5,6,7 und 8 wurden übernommen, es wurde weiter investiert, viele technologische Neuerungen wurden entwickelt und umgesetzt, neue Produkte entwickelt und auf den Markt gebracht, der Hanfanbau etablierte sich. Die Hanffaser Uckermark wuchs.

2009 werden einige tausend m² brüchigen Asbests entsorgt, die Dachstühle werden entweder ertüchtigt, teilweise erneuert.
2009/10 werden auf allen Hallendächern Photovoltaikanlagen installiert.


2013 übergibt Rainer Nowotny das Einzelunternehmen an die eigens dafür gegründete Hanffaser Uckermark Genossenschaft

2016 wird Britta Stöckel-Schult Vorstand. Die Hanf-Genossenschaft hat nun 2 Vorstände, einen Aufsichtsrat und genossenschaftliche Mitglieder als Eigentümer.

Am 30. Mai 2026 feierte die Hanffabrik ihr 30-jähriges Bestehen mit einem Tag der offenen Tür.



Impressum       Datenschutz       Downloads