Was sind Metalltrennlagen / Antikondensvliese?

häufige Frage: ...
Hallo, wir wollen ein Flachdach mit Hanf dämmen 
und darüber ein Trapezblechdach setzen. 
Nun sagt der Dachdecker, wir müssen eine 
Metalldachtrennlage mit Antikondensvlies unter 
das Blech spannen, ganz abgesehen von der 
Hinterlüftung, auf die ich gern verzichten möchte. 
Grüße A. aus Ch.

Hallo Frau A, eine Metalldachtrennlage ist in der Regel ein Vlies aus Recyclingfasern, welches als "Antikondensvlies" vermarktet wird. Mitunter sind noch Klebeschichten aufgebracht.
Es funktioniert, "indem es Feuchtigkeit aufnimmt und gleichmäßig auf der Oberfläche verteilt, anstatt dass sie sich zu Tropfen sammelt." (wörtlich bei einigen Anbietern)

Diese Funktion wird durch die textile Struktur erzielt, da textile Fasern quasi eine unendlich große Oberfläche haben und somit die Tropfenkonzentration verteilt. Mehr nicht. Diese Vliese, Antikondenstextilien können weder hexen noch zaubern. Es gibt natürlich Unterschiede: Hanfvliese wurden aus Hanffasern und Recyclingvliese aus Reißfasern gelegt und vernadelt. Es gibt auch Polyestervliese, Polyamidvliese und allerlei. Nicht geeignet als "Antikondensvlies" sind Thermobondingvliese.

Im Grunde binden nahezu alle Nadelvliese aus textilen Fasern, egal ob Hanf, Viskose, Polyester oder Mischfasern (z.B. Recycling) eine gewisse Feuchtemenge und verhindern zunächst eine sofortige Tropfenbildung.
Es gibt die prinzipielle Unterschiede, ob die Fasern materialbedingt die Feuchtigkeit aufnehmen oder nur im Verbund als Adhäsion (Anhaftung) an ihrer Oberfläche belassen.

Für eine Funktion eines Antikondenstextils spielt die Dicke keine Rolle.
Liegt also eine textile Fasermenge direkt am Blech an, so wird genau diese "Antikondens-Funktion" erzielt.

Hanf direkt unter das Blechdach

Vorweg: Eine Hinterlüftung eines Metalldaches mit einer Wasserablaufschicht ist eine sehr gute Lösung. Doch nicht immer ist dieses möglich.

Stößt eine Hanf-Dämmung direkt an ein Metalldach, Trapezblech , Wellblech, Pfannenblech oder ähnliches, so dient diese bereits als Antikondenstextil.

Hanf nimmt Feuchtigkeit von der nach außen hin kälter werdenden im Dämmstoff eingeschlossenen Luft auf. Dadurch wird eine Kondensatbildung verhindert. Aus der Feuchtigkeit der eingeschlossenen Luft wird Materialfeuchtigkeit im Hanf.

Wichtig ist es nun, der Materialfeuchtigkeit die Möglichkeit zu geben, mittel- und langfristig nicht nur wieder Feuchtigkeit der eingeschlossenen Luft zu werden, sondern das Bauteil zu verlassen. Wenn es nicht durch das Metalldach nach außen geht, so muss die Feuchtigkeit zurück in den Innenraum des Gebäudes. Dieses geschieht in der Regel entweder bei Sonneneinstrahlung oder bei sommerlich warmen Außentemperaturen.


mit Dank an pixabay / efes

mit Dank an pixabax / Barbara Jackson

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