WiMoDämm

Baustoffe aus Dominanzbeständen wiedervernässter Moore

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Dieses Vorhaben wurde vom BMBF im Rahmen der Förderung Innovation und Strukturwandel gefördert und vom Forschungszentrum Jülich GmbH mit der Laufzeit 01.05.24 - 31.12.25 betreut.
Förderkennzeichen: 03WIR2231A
Förderprogramm: Innovation und Strukturwandel
Förderschwerpunkt: Wandel durch Innovation in der Region

Das Vorhaben wurde erfolgreich beendet

Das Vorhaben mit dem Ziel, die Herstellung eines Dämmstoffs aus Dominanzbeständen wiedervernässter Moore umfasste die Schwerpunkte:

  • Ein Dämmmaterials auf Basis von Paludikulturen war zu entwickeln und die Erbringung der experimentellen Nachweise bezogen auf bauphysikalische, mechanische und schalltechnische Eigenschaften war zu untersuchen.
  • Vorhandene Technologien zur Faseröffnung und Fraktionierung wurden durch Modifikation weiterentwickelt.
  • Eine Gebläsemaschine für die technische Dämmstoffeinbringung wurde konstruktiv auf spezielle Paludi- Faserstoffe abgestimmt.
  • Sowohl Wärme-Schall-Dämmung aus Paludikultur-Faserstoffe von Gebäuden als auch Schalldämmungen für industrielle Anlagen wurden konzipiert.
  • Neue Anwendungs- und Vermarktungsfelder sind entwickelt.

Insbesondere sieht sich nach erfolgreichem Abschluss des Vorhabens die Hanffaser Uckermark zur Entscheidung motiviert, diesen Ansatz der Wertschöpfungskette von der Wiedervernässung bis zum handwerklichen Einbau einer Dämmung in Gebäude weiter zu verfolgen und sich des im Projekt gewonnenen Knowhows dahingehend zu bedienen, eine Entwicklung eines konkreten Paludikultur- Dämmstoffes voranzutreiben.

Paludi - Einblasdämmung

Was gab es für Ergebnisse hinsichtlich Herstellung, Verarbeitung und Bauphysik von Paludi-Einblasdämmung?

Seit 2009 bietet die Hanffaser Uckermark die Dienstleistung an, aus sauberen Typhabeständen eine Einblasdämmung ➜ Typhazell herzustellen, wobei der Auftraggeber das Erntegut bereit stellt. Aber: Es gibt sehr selten saubere Rohrkolben-Bestände. Auch andere Paludikulturen gibt es selten in sauberen Beständen.

Die Aufgabe, mit Mischbeständen oder Dominanzbeständen herstellerseitig zurecht zu kommen, gelang der Hanffaser Uckermark. Und so kann nunmehr die Herstellung von Paludi-Einblasdämmung erfolgen.

Es erwies sich, dass Paludikulturen Segge, Rohrglanzgras und Typha durchaus kombiniert werden können. Schilf hingegen ist nicht gut kombinierbar und sollte als Dominanz für eine Einblasdämmung unbedingt vermieden werden.

Die Messungen zur bauphysikalischen Bewertung entsprechen zwar der Wahrheit - Messungen werden allgemein als objektiv wahr bezeichnet -, aber die entsprechenden Angaben der bauphysikalischen Werte, die dann später in einer ETZ (Zulassung) stehen, sind andere.
In einer späteren ETZ kommen noch die Aufschläge der Statistik hinzu.
So kommen beispielsweise zu den Messwerten der Wärmeleitfähigkeit die erwähnten Aufschläge der Statistik hinzu, sodass die entsprechenden Bemessungswerte wie bei denen der HKF90 erwartet werden. Warum? Ein Naturprodukt kann sehr gute Werte haben, aber auch die guten Werte haben bei Naturprodukten eine gewisse Bandbreite = statistische Streuung. Bei einer statistischen Streuung von 0,037 bis 0,041 liegt der Bemessungswert eben bei "nur" 0,045. Das ist der statistische Aufschlag (alles in W/mK). Bei Petrochemischen Produkten in riesigen Rohöl-Liefermengen ist die statistische Streuung viel kleiner, selbst wenn vielleicht die Messwerte "schlechter" sind.

Unsere Messungen stammen von der Hochschule Wismar.

  • Messwerte der Wärmeleitfähigkeit für Segge, Rohrglanzgras, Typha, Schilf: nahezu gleich zwischen 0,037 W/mK und 0,039 W/mK
  • Brandverhalten im Kleinflammentest "B2" / "E": Segge, Rohrglanzgras, Typha, Schilf: bestanden
  • Einbaudichte von Segge, Rohrglanzgras, Typha: zwischen 101 kg/m³ und 113 kg/m³ / Schilf bei 160 kg/m³

Paludi - Armierungsfaser für Lehm und andere Putzmörtel und Putz-Beschichtungen

Die Herstellungtechnologie und die Rezepturen obliegen der Hanffaser Uckermark. Die Messwerte stammen wieder von der Hochschule Wismar.
Es erwies sich, dass aus Paludifasern keine wärmedämmenden Zuschläge hergestellt und erfolgreich angewendet werden können, so wie man dieses etwa von den ➜ Kollerschäben kennt.

Wohl aber haben Paludifaser gute Eigenschaften der Armierung. Hier ist eine Vergleichbarkeit mit Schilffaser-Armierung erzielt worden, insbesondere für Segge.

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