Mängel handwerklicher Leistung?

Oder zu enge Auftragsgrenzen einer Teilsanierung?

An deutschen Gerichten ist oft folgende Verbraucher-Rechtsauffassung verbreitet:
"Werkunternehmen muss selbst dann für das Nichterreichen einer Beschaffenheit haften, wenn er das Verfehlen der Beschaffenheit nicht zu verschulden und zu vertreten hat und ist nur dann von Mängelhaftung befreit, wenn er die Ursache dafür nicht erkennen und somit dem Besteller nicht darauf hinweisen konnte." (chatgpt)
Dieses sicherlich auch im Hinblick auf den geringen Stand handwerklicher Allgemeinbildung.

Doch weit verbreitet ist der Irrtümer über eine gerechtfertigte Sicherheitsforderungen an Handwerker.

Handwerker können keine Sicherheit geben, sondern können Vertrauen ausstrahlen, das Bestmögliche zu machen. Alte Häuser haben bereits Unbill erlitten. Neue Häuser werden Unbill erleiden. Dazu gehören Witterung, Wirkung von Grund- und Oberflächenwasser, Winde, Stürme, Frost, intensivste Sonneneinstrahlung, mitunter Erschütterungen.
Wie viele, auch neue Bauwerke schimmeln und vermodern trotz bester DIN, Vorschrift und "Sicherheitsfolien"?

Vor einer Mangelklage gegen einen Werkunternehmen sollte unterschieden werden:

  1. War die Werkleistung mangelfrei?
  2. Wurde nach Regeln der Technik, nach dem Stand der Technik oder völlig frei geplant?
  3. Für alte Häuser, insbesondere älter als 100 Jahre, gibt es keine DIN, sondern nur Einzelfallentscheidungen, die allerdings nach dem Stand der Technik ausgeführt werden.
  4. Was waren die Auftragsgrenzen der Werkleistung? Welchen Einfluss hatten und haben Mängel, Schäden und Nässe außerhalb der Auftragsgrenzen? Konnte das Werksunternehmen die Mängel, Schäden und Nässe außerhalb der Auftragsgrenze erkennen?

Einbauempfehlungen und Aussagen zum Stand der Technik mit Hanf-Dämmstoffe gelten natürlich ohne negative Einflüsse von benachbarten Bauteilen, äußeren Wirkungen des Geländes, Wassereinwirkung, Altlasten usw. Solche Einflüsse sind möglichst umfangreich in die Planung aufzunehmen. Mitunter bleiben diese aber gerade in Teilsanierungsfällen unbekannt und nicht zugänglich.

Wenn zur Planungsabsprache oder bei Baubeginn nicht erkennbar ist, dass die Wände nass sind, vielleicht oberflächlich abgetrocknet, dann sollte man zum Beispiel die Wände und auch den entsprechenden Fußboden nicht dämmen, sondern erst die Wände trocknen.


schon Kleinigkeiten führen manchmal zu Frust und Streit

neuer Putz gibt viel Feuchtigkeit ab

maroder Fußboden

Beispiel: Teilsanierung Fußbodendämmung über Erdreich

Wiederholung Schulphysik

Einer benetzenden Flüssigkeit verursacht im verbundenen, vertikalen, dünnen Rohr durch die Grenzflächenspannung und den hierdurch veranlassten Normaldruck der Grenzflächenspannung eine Kapillarerhebungen (Kapillarattraktion), ursächlich eine Erscheinung zwischenmolekularer Kräfte.
Die kapillare Steighöhe durch den kapillaren Aufstieg ist ein physikalisches Phänomen, bei dem Wasser eines Flüssigkeitsniveaus in engen Röhren, Hohlräumen und Kanten gegen die Schwerkraft nach oben steigt.

Zu Bestimmung einer kapillar gehobenen Flüssigkeitsmenge zieht man die Modelle der kapillaren Röhrchen und der berührenden Flächen hinzu. Jeweils handelt es sich um "benetzende Anhaftung" Wasser an Materialien wie Glas, Sand, nichtporöse Steine, Kunststoffe usw.

a) Die Steighöhe des kapillaren Aufstiegs im Kapillarrohr gegenüber dem Flüssigkeitsniveau ist nicht von der unmittelbaren Nachbarschaft von Kapillarröhren abhängig, lediglich von Oberflächenspannung, Dichte der Flüssigkeit und Weite bzw. Enge des Röhrchens.

b) Zwischen sich berührenden, geneigten Flächen ist der kapillare Aufstieg noch deutlich höher als in Kapillarröhrchen, da an diesen Berührungslinien das physikalische Phänomen der Hyperbel der Oberfläche der benetzenden Flüssigkeit mit einer Höhe von theoretisch unendlich wirkt, da an der Abstand an der Berührungslinie theoretisch Null ist. (Kapillaraufstieg zwischen geneigten Platten)

Kapillarer Sockelaufstieg

Der Aufstieg von Oberflächenwasser des Geländeniveaus in den Sockel ist materialspezifisch.
In gemauerten und fein geschichteten Mauern und Wänden ist der kapillare Aufstieg materialabhängig in der Höhe kaum begrenzt. Er wird hauptsächlich durch Gegenwirkung begrenzt, wie Trocknung durch Wind, Feuchteaustrieb durch Sonne oder Heizwärme, durch bauliche Kapillarsperren.

Werden die Räume zwischen den Sockeln der Außenwände mit einem Material gefüllt oder aufgeschüttet, welches einen guten kapillaren Aufstieg ermöglicht, so entfallen wesentliche Gegenwirkungen. Sockel und Aufschüttungen bleiben feucht.

Standardmaßnahmen gegen nasse Sockel

Vorausgesetzt, der untere Fußbodenaufbau liegt oberhalb des Geländeniveaus, dann kann die Steighöhe des kapillaren Aufstiegs begrenzt werden,
entweder durch eine Horizontalsperre über Sockel und Aufschüttung
oder durch Herabsenken des äußeren Feuchteniveaus.

Durch ein Herabsenken des Feuchtigkeitsstandes bleibt die Steighöhe zwar relativ gleich, sinkt jedoch absolut um das Maß der Herabsenkung.
Um den Hohlraum nicht leer zu belassen. kann ein kapillarbrechendes Materialien in den ausgekofferten Raum gefüllt werden.

Verbreitet ist die irrtümliche Maßnahme, Fundamente und Sockel in einen Bitumenanstrich oder eine Folie außen- und innenseitig einzuschließen, in der Hoffnung, Wasser dringt niemals durch den Bithumenanstrich oder die Folie. Doch Wasser findet immer einen Weg.
In diesen Fällen erreicht der kapillare Aufstieg die durch die Baustoffe definierte Steighöhe, sofern nicht eine Horizontalsperre schlimmeres verhindert. Ist diese alt oder unzureichend, wird die Steighöhe doch wieder maximal erreicht. Wenn trocknende Gegenwirkungen durch Folie oder Bitumenanstrich verhindert werden, verbleibt das kapillar aufgestiegene Wasser auf dieser Höhe. Das Gegenteil, von dem was erreicht werden sollte, wurde erreicht.

Hochparterre

Ein typischer Teilsanierungsfall ist das Erneuern eines Fußbodens über Erdreich. Die Erfahrung zeigt, dass nur in seltenen Fällen von wirklich trockenen Sockeln ausgegangen werden kann. Nicht nur extreme Nässebegünstiger wie Leerstand, geringe Bewohnung, geringer Geländepflege befördern die Materialfeuchte der Sockel, auch der Austausch einer Strahlungsheizung durch eine Konvektionsheizung kann über Jahre hinweg die trocknende Gegenwirkung zum kapillaren Aufstieg verringern.

Es gilt stets der Grundsatz: Nasse Wände bzw. Bauteile sollten nicht gedämmt werden, sondern zunächst ausgetrocknet werden. Grenzfälle von oberflächlich trockenen Bauteilen

Angrenzende Bauteile außerhalb der Auftragsgrenzen

Eigentlich müsste vor jeder Bauplanung eine Feuchtebilanz erstellt werden, die das gesamte Gebäude umfasst, einschließlich der Wirkung des Geländes, Gebäudelage und Witterungsbesonderheiten usw. Da dieses sehr oft den Rahmen sprengt, sollten sich vor der Bauausführung einer Sanierung und auch vor einer Teilsanierung Bauherr und Planer über grundsätzliche Mängel, Nässe- und Feuchteprobleme beraten.

Treten im Baukörper erhöhte Feuchtigkeiten auf, weil beispielsweise Folien die Austrocknung verhindern? Können die Materialien mit erhöhter Feuchtigkeit überdauern oder leiden diese? Bauteile sind nicht getrennt von anderen betrachtbar. Besonderes Augenmerk müssen Keller, Sockel und erdnahe Bereiche beachtet werden. Für Teilsanierungen sind nicht nur Außenwände, sondern auch Nebenräume und mittelfristig zurückliegende Wasserschäden zu berücksichtigen. Wenn ein Raum grunderneuert wird, ein angrenzender aber nicht, so kann über Feuchtigkeitsausbreitung und mikrobieller Befall der Folgezeit keine Aussage gemacht werden.

Pilzsporen und Myzelreste

Mitunter existiert auf alten Baumaterialien schon mikrobieller Besatz? Grundsätzlich ist dieses normal, denn es ist nur eine Frage der Zeit, dass sich Besatz überall ansiedelt. Die Frage ist nur, ob sich auf den Materialien Schimmel, Hausschwamm und ähnliches ausbreiten kann. Es ist eine Illusion, eine Baustelle oder ein Bauteil von mikrobiellen Potential, also frei von Sporen, lebensfähigen Myzelrudimenten oder anderen Keimen zu befreien. Es ist nicht nur ein irrsinniger Aufwand, es ist auch nicht zielführend. Selbst wenn es gelänge, so bliebe es eine Momentaufnahme ohne die kleinste Dauer.

Heizsystem einbeziehen

Konvektionsheizungen machen schnell Zimmer und Büros warm und sind deshalb beliebt. Aber diese haben wenig Wirkung auf den Feuchtegrad von Wänden, Fußböden usw. Strahlungsheizungen wie Grundöfen, Wandheizungen usw. tragen deutlich


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