Einbauhinweise Trittschalldämmung LLS200

Starre Scheibe

Hanf-Lehm-Schallschüttung LLS200

häufige Frage:
Was ist eine "starre Scheibe"?
Wie starr muss diese sein?

Trittschalldämmung wirkt durch Dämpfung des Stoßes

Die Trittschalldämmung mindert den Trittschall, indem sie den Stoß des Auftretens elastisch abfedert.
Eine (richtige) Trittschalldämmung muss also elastisch sein. Ein Fußboden sollte in der Regel nicht elastisch sein. Fußbodenfliesen, Terrakotta, Formsteinplatten usw. müssen "extrem unelastisch" eingebaut werden.

Auf eine Dämmung im Fußboden muss eine starre Scheibe folgen. Dieses um so mehr, wenn der nachfolgende Aufbau empfindlich auf Elastizität reagiert, etwa Heizplatten, Formsteinplatten, Terrakotta oder großformatige Fliesen. Ein Nassestrich (Zementestrich, Gipsestrich etc.) ist in der Regel eine solche starre Scheibe. /p>

Trockenestrich-Platten müssen so ausgeführt sein, dass eine stabile, starre Scheibe entsteht, die einer Formänderung bei Schwingungsdämpfung widersteht, die vor allem bei Punktbelastung nirgends an Kante oder Plattenstoß die Lastverteilung unterbricht.
Verlegeplatten wie Fermacell, OSB, ESB o.ä. sind mindestens doppelt, kreuzweise zu verlegen, stoßentfernt, eng verschraubt oder steif verleimen.
Stufenfalze ersetzen keine doppelte Verlegung.
Ob doppelt- oder dreifach ist den Angaben der Plattenhersteller zu entnehmen.
Rauspund auf Lagerhölzern können eine hinreichend starre Scheibe bilden, wenn je nach Anforderung die Lagerhölzer eng liegen und der Rauspund steif verschraubt ist.

starre Scheibe über Formsteinplatten

Die Nutzung von Formsteinplatten mit Rinnenrelief für das Einlegen von flexiblem Heizungsrohr hat Vorteile in einer schnellen Bauausführung. Darüber hinaus auch im Wärmespeichervermögen. Die zum System gehörenden Profilleisten können anschließend als Montageleisten für einen Dielen- oder Holzfußboden dienen.
Nach dem Verlegen der Heizrohre und Heizschleifen werden die Rinnen mit Einbettungsestrich / Ausgleichsschüttung verfüllt und eben abgestrichen.

Formsteinplatten werden in der Regel auf einer Dämmung verlegt. Um eine feste Verlegung zu ermöglichen, die auch später keine Bewegung zulässt, sind die Formsteinplatten auf einer starren Scheibe aufzulegen.

Lethermo ist ein System aus Formsteinplatten und Profilleisten, in welches Heizschleifen einer Fußbodenheizung eingelegt werden. Diese Systeme benötigen unbedingt eine hinreichend starre Scheibe als Unterlage für die Formsteinplatten.

Ist geplant, dass auf die Formsteinplatten-Fußbodenheizung ein Trockenestrich gelegt und darauf Fliesen verlegt werden, so muss der Trockenestrich als starre Scheibe ausgeführt werden.

starre Scheibe unter großformatigen Fliesen

Grundsätzlich muss ein Trockenstrich, auf den später Fliesen verlegt werden sollen, als starre Scheibe ausgeführt werden.
Bei großformatigen Fliesen um so gründlicher, steifer und starrer.
Vorgaben für den Elastizitätsmodul und Biegesteifigkeit der starren Scheibe muss der Fliesenhersteller bekannt geben. Die Vorgaben sind mit den Angaben des Trockenstrichherstellers abzugleichen.

Hier eine nichtverbindliche Orientierung: Für normalgroße Fliesen bilden zwei Spanplatte, mit entfernten Stoßen, eng verschraubt oder steif verleimt bei einem Biege-E-Modul von z.B. je 1.800 MPa eine starre Scheibe. Der Gesamt-E-Modul bleibt gleich, aber die Biegesteifigkeit zweier z.B. 19 mm Spanplatten erhöht sich auf das Achtfache.
Bei der festen Verbindung der ersten Spanplatte mit Lagenhölzern wird die Biegesteifigkeit weiter erhöht, sodass auch großformatige Fliesen möglich werden.
-unverbindlich-


Formsteinplatten Heizung mit starrer Scheibe aus Spanplatten starre Scheibe Boden / Einbettungsestrich / Heizung / Formsteinplatten / starre Scheibe / Dämmung / Aufbau zum Erdreich (Diffusionsgranulat + Geotextil + Kapillarschotter)

Formsteinplatten Heizung mit starrer Scheibe aus Spanplatten

Lagerhölzer sollen keine Last aufnehmen

In Österreich auch Polsterhölzer, anderenorts Unterleghölzer oder Riegel - stets ohne Lastfunltion, stets aber zum horizontalen Ausrichten, "in die Waage bringen".

häufige Frage:
Wie kann ich die Lagerhölzer ausrichten?
Kommen die Lagerhölzer oben auf die LLS200?

Lagerhölzer werden lose eingebettet

Lagerhölzer müssen nicht sein. Es gibt viele andere Möglichkeiten.
Doch wenn Lagerhölzer benutzt werden, haben diese 2 Funktionen:

  1. Begradigung und Nivellierung der Dämmung (oben)
  2. Befestigung der nächsten Aufbauschicht als Teil der starren Scheibe

Rauspund oder Verlegeplatten als Unterlage, Hobeldielen o.ä. als abschließender Fußboden werden an den Lagerhözern verschraubt und bilden den ersten Teil einer starren Scheibe. Bei Langhobeldielen kann mitunter die Kombination von Lagerhölzern und Dielen bereits ausreichen. Ein Nageln (wie früher) bildet noch keine starre Scheibe.

Nivellierleiste

Eine Quer-Nivelierleiste wird auf die Lagerhölzer montiert und dient nur der Nivellierung.
Diese wird wieder demontiert, wenn die erste Fußbodenlage oder die Dielung auf die Lagerhölzer gelegt und an diesen befestigt werden.


Alternierendes Abziehen

häufige Frage:
Die LLS200 läßt sich nicht richtig glatt machen?
Wie ziehe ich die LLS200 ab?

Alternierendes Abziehen heißt vor und zurück

Grobkörniges Schüttgut, insbesondere sich extrem verzahnende Strukturkörnung wie die LLS200, die bekanntlich überaus standfest ist, lassen sich nicht abziehen, wie man flüssigen Beton abzieht. Es braucht das alternierende Abziehen. Alternierend bedeutet, die Abziehlatte hin und her bewegen.


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